Eisenstadt soll Kulturzentrum werden
(Kurier, Gesamtausgabe, 29. März 2006)
Wie heißen die vier Städte mit dem interessantesten kulturellen Angebot in Österreich? Geht es nach dem Willen der Initiatoren von "kulturkreispannonien", soll die Antwort spätestens im Haydn-Jahr 2009 lauten: Wien, Salzburg, Bregenz und Eisenstadt.
Das auf dem Weg dorthin noch Geld, Engagement und viele Ideen verbraucht werden, ist den Initiatoren klar. "Wir kennen das enorme Potential der Region. Wir sehen aber auch die Schwächen, die bis zum Haydn-Jahr noch beseitigt werden müssen", bekennt sich Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterházy Betriebe, auch zu den Schwierigkeiten. Gemeinsam mit Christian Kuhn (Vorstand Esterházy Privatstiftung), Georg Kugler (Kunsthistoriker und Mitglied im Esterházy Kulturbeirat) und Dieter Bogner (Kunsthistoriker) hat er den "kulturkreispannonien" ins Leben gerufen.
Zentrum des neuen kulturellen Lebens sollen die Schlösser, Burgen und Schätze der Esterházy-Stiftungen werden. Renovierungs- und Adaptierungskosten werden auf 110 Millionen € geschätzt. Dringend notwendig sind etwa Renovierungsarbeiten im weltberühmten Haydn-Saal. Unumgänglich sind, laut Ottrubay, auch infrastrukturelle Maßnahmen. "EU-Ratsmitglieder müssen am Abend wieder nach Wien fahren, weil es in Eisenstadt keine adäquaten Unterkünfte gibt."
Finanziert werden sollen die Projekte privat und öffentlich. Esterházy und andere Private wollen sich mit 20 bis 24 Mio. € beteiligen. Der Rest soll vom Bund, Land, Stadt und der EU beigetragen werden. - H. Horny